Ursprung

Eine Verbindung schaffen

 

Auf die Frage, was denn Yoga und Ayurveda sei, ist nicht allzu selten zu hören, dass Yoga mit einem sehr anstrengenden Training in Verbindung gebracht wird, bei dem sich unliebsam verknotet werden muss, und es sich beim Ayurveda um eine angenehme Ölmassage mit Wellness-Charakter handelt. Beides gilt als schick. Doch geht es weit über eine trendige Bewegung hinaus, denn in Wirklichkeit hat es nichts damit zu tun. Gehört diese Wissenschaft doch vielmehr zu einem der ältesten medizinischen Systeme der Welt. Es steckt voller Weisheit über das Leben in seiner ganzen Reichweite, dessen Wirksamkeit auch zunehmend westliche Wissenschaftler und Mediziner bestätigen.

 

Vielen Menschen, darunter auch Yogalehrer/innen, ergeht es dabei außerdem so, dass ihnen nicht bewusst ist, dass Yoga und Ayurveda aus einer Quelle stammen und sich ergänzen! So wurde einst Yoga als Therapie in der ayurvedischen Behandlung verordnet. Um also eine wirklich erfolgreiche Behandlung für den/die Klienten/in zu schaffen, sollte daher zum Yoga der Ayurveda, mit dem Wissen über persönliche Konstitution und deren Heilmöglichkeiten, einbezogen werden.

 

Hier soll nun folgend für all die Interessierten ein kleiner Einblick zum besseren Verständnis in dieses doch unfassbar weite Spektrum gegeben werden.


Die weisen Rishis

 

Indien ca. 5000 Jahre v. Chr. - die vedische Periode. Seher bzw. weise Menschen, die sogenannten Rishis, waren es in jener Zeit, die in stiller Meditation, im eigenen Bewusstsein das dem Yoga und Ayurveda zugrundeliegende vedische Wissen schauten. Das bedeutet, dass diese Menschen die besondere Gabe hatten, ihr ganzes Bewusstseinspotenzial einzusetzen. Fachleute schätzen, dass der Durchschnittsmensch heute gerade einmal fünf Prozent von dem ihm Möglichen nutzt. So war der Geist eines damaligen Rishis im Selbst (Atman) gegründet und gleich bedeutend, dass das Bewusstsein eines solchen Menschen in jedem Aspekt seiner Persönlichkeit voll und strahlend zum Ausdruck kommt, da sein Denken (Manas) und seine Unterscheidungskraft (Buddhi) durch meditative Praxis (Japa oder Dhyana) gereinigt sind. Kurz gefasst: Das Wissen ist uns nicht fremd, seine Prinzipien sind uns vertraut, wir tragen seine Gesetzmäßigkeiten schon immer in uns und richten uns oft spontan und unbewusst danach, vorausgesetzt, unsere Wahrnehmung nach innen ist intakt.

 

Historisch und geografisch stammt das Wissen also aus Indien, doch liegt der wahre Ursprung in der stillen Intelligenz, die auf den ewig gültigen Naturgesetzen beruht und das Leben aus sich selbst heraus erschafft. Es war immer da, ist immer da und wird immer da sein. Es ist die Essenz allen Seins.

 

Wie die Hitze dem Feuer und das Flüssigsein dem Wasser,

so ist auch der Ayurveda jedem Menschen im Innersten zutiefst vertraut.

(Charaka)


Verbreitung des Wissens

 

Vedisches Wissen wurde zunächst über Jahrtausende hinweg ausschließlich mündlich von Meister zu Schüler in Form von Rezitation weitergegeben. Diese Rezitationen waren eine streng phonetisch und inhaltlich festgelegte, gesangliche Wiedergaben. Später etwa schrieben sogenannte Vyasas (Sammler, Ordner, Kompilatoren) das Wissen der Rishis auf Palmblätter nieder. Irgendwann entstanden so die Samhitas, was so viel wie Textsammlung oder geordnete Komposition eines Textes bedeutet, von denen insbesondere die von Charaka, Sushruta und Vagbhata noch heute die wichtigste Grundlage in der Ausbildung eines Vaidya (= Wissender), eines ayurvedischen Arztes, bilden!

 

Die sog. Veden zählen zu den ältesten Schriften der Welt und gliedern sich wie folgt:
  1. Rigveda (Veda der Verse)
  2. Yajurveda (Veda der Opfersprüche > Dhanurveda)
  3. Samaveda (Veda der Lieder > Gandharvaveda)

  4. Atharvaveda (Veda der Weisen und Alten > Ayurveda > Yoga > Sthapatyaveda)

 

Körper, Geist und Seele sind eine Dreiheit, auf welcher das Wissen vom Leben basiert. Diese lebendige Dreiheit ist bewusstes Individuum,

und sie ist der Ort dieses Veda. Für sie allein ist Ayurveda ans Licht gebracht worden.

(Charaka)


Definition von Yoga und Ayurveda

 

Ayurveda wird übersetzt mit Wissenschaft vom langen Leben. Damit ist also das reine und vollständige Wissen vom Leben gemeint, welches gleichzeitig zeitlos und unendlich ist.

 

Yoga steht für Vereinigung, Verbindung, Kontakt, oder beschrieben als Wissenschaft der Reintegration in die universelle Wirklichkeit, und ist somit der Pfad, der alle höheren Kräfte wachrufen kann, die uns innerlich und äußerlich zugänglich sind. 

 

 

Wir können also sagen, dass der Yoga nach Selbstverwirklichung strebt und der Ayurveda der Selbstheilung dient, wobei die ultimative, körperliche und geistige Heilung die Verwirklichung der eigenen, wahren Natur, also des Selbst darstellt und der Ayurveda den Yoga mit einschließt. 

 

Ayurveda ist das, was sich mit dem guten und schlechten,

dem glücklichen und unglücklichen Leben befasst,

mit dem, was Leben unterstützt und was es hemmt,

mit der Natur des Lebens selbst und auch seinen Lebensspannen. 

(Charaka)



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Philosophie

Der Beginn der Schöpfung

 

Die Veden lehren uns, dass vor der Schöpfung eine allumfassende göttliche Kraft in sich selber ruhte. Ohne Zeit und Raum, ohne Existenz, ohne Nicht-Existenz. Sie ist die ursprüngliche göttliche Dimension, die jegliches menschliche Vorstellungsvermögen übersteigt...

 

Irgendwann fasste die allmächtige göttliche Dimension so etwas wie einen Gedanken und trat aus der in sich ruhenden Unendlichkeit heraus, was wir auch als Urschwingung (Nada Brahman oder Om) bezeichnen. Folglich begrenzte sich die göttliche Dimension vom Unendlichen und Allmächtigen hin zu einem Endlichen und Eingeschränkten. Dies war die Grundvoraussetzung aller Schöpfung!

 

Der erste göttliche Gedanke, die göttliche Bewusstheit, enthielt also bereits alle Schöpfung in sich, woraus sich eine materielle und eine geistige Schöpfungsdimension, mit der Polarität als ewiges Schöpfungsprinzip entfaltete.

 

Die geistige Dimension weist die Gesamtheit aller Möglichkeiten auf, eine materielle Schöpfung zu bilden. Sie ist und bleibt jedoch selbst immer unveränderlich. Wie eine Blaupause, eine Quelle endloser Ideen, eine Sammlung aller Möglichkeiten, bildet sie ewig die männlich passive Dimension der Schöpfung.

 

Die materielle Dimension dagegen ist die konkrete Umsetzung einer Idee. Jede materielle Manifestation ist dabei unvermeidbar immer eine Begrenzung, eine Beschränkung. Aus der unendlichen Zahl der Möglichkeiten und Ideen (die vom Beginn der Schöpfung an bereits in der geistigen Welt vorhanden sind) wird ein kleiner Aspekt wie herausgegriffen und materialisiert. Die Manifestation gelingt nur um den Preis, dabei auf viele andere Aspekte möglicher Manifestationen zu verzichten. Die materielle Schöpfung bildet den aktiven, weiblichen Teil der Schöpfung.

 

Materielle und geistige Dimension sind zwar getrennte Pole der Schöpfung, jedoch in ständiger Wechselwirkung.

 

Nach dem Samkhya-Philosophie-System (eines der sechs Indiens, auf welches sich Charaka und Sushruta berufen) heißt es, dass die materielle Dimension (Prakriti) unter dem Einfluss vom geistigen Selbst (Purusha) das Universum erschafft. Purusha ist sozusagen der stille Zeuge, unter dessen Blick sich Prakriti in einer stufenweise Evolution entfaltet. 

 

​Die Evolutionstufen der Prakriti:

  1. Kosmischer Geist (Purusha)
  2. Äther (Akasha)
  3. Luft (Vayu)
  4. Feuer (Agni)            2. - 6. = die fünf „großen“ Elemente (Pancha Maha Bhutas )
  5. Wasser (Ap)                  
  6. Erde (Prithvi)

 

Hier fußt das Grundprinzip der ayurvedischen Elementenlehre, anhand welcher sich die im Ayurveda bekannten Doshas zur Beschreibung der menschlichen Konstitution ableiten. Die Ureigenschaft eines Typs nennen wir demnach auch Prakriti, eine Abweichung davon Vikriti. Vikriti ist letztendlich der Ausdruck für das Auftreten von Krankheit.

 


Wer erkennt, dass Prakriti, und nicht das Selbst, in allem die einzige Handelnde ist, der schaut wahrhaftig die Wahrheit.
(Bhagavad Gita)

 

Die Struktur der Prakriti wiederum wird durch drei Qualitäten bestimmt, den sogenannten Gunas: Sattva, Rajas, Tamas. Die Gunas existieren immer zusammen. Solange diese Tri-Gunas in Balance sind, findet keine materielle Manifestation statt. D. h., das Leben unterliegt permanent diesen unterschiedlichen Schöpfungsqualitäten.

 

Sattva repräsentiert Reinheit, Harmonie und Ausgeglichenheit. Es ist die Qualität der Intelligenz, der Tugend und Güte, die Gleichgewicht verleiht. Die Kraft der Liebe, die alle Dinge vereint, die Klarheit und der Friede.

 

Rajas verkörpert Aktivität, Ruhelosigkeit und Unstetigkeit. Es ist die Qualität der Energie, die Ungleichgewicht verursacht. Rajas ist immer auf der Suche nach dem Ziel, das Antrieb geben kann. Es ist die Kraft der Leidenschaft, die auf Dauer jedoch Kummer und Auseinandersetzungen hervorruft.

 

Tamas stellt Trägheit, Dunkelheit und Passivität dar. Es bewirkt Unwissenheit und Selbsttäuschung im Geist, verlangsamt und erfüllt mit Schwere. Es ist das Prinzip des Unbewusstseins und der Stofflichkeit, die unser Bewusstsein verhüllen.

 


Der Makro- und Mikrokosmos

 

Sowohl der menschliche Körper, als auch der Rest, der ihn umgibt sind gleich. D. h. der Mensch enthält mit seiner grob- und feinstofflichen Zusammensetzung dieselben Bausteine wie das Universum und versinnbildlicht ein makrokosmisches Abbild. Alle Eigenschaften des Universums sind im Menschen enthalten, und das Universum enthält alle Eigenschaften des Menschen. Seine aus ihm bestehenden Elemente stellen verschiedene Wirkprinzipien (Vata, Pitta, Kapha) der erlebbaren Manifestation (des Erkennbar-werdens) auf der materiellen und feinstofflichen (geistig, emotionalen) Ebene dar. 

 

Weiter noch hat alles, was wir tun oder nicht tun, Auswirkungen auf andere Menschen und die Umwelt. Die vedische Wissenschaft ist zwar schon tausende von Jahre alt, aber mit seiner Sichtweise hochaktuell. Sie nutzt Grundannahmen, die wir heute aus dem Bereich der Quantenphysik kennen.

 

Mystiker schauten nach innen, erforschten ihr Bewusstsein und bezogen die Körpererfahrung in ihre mystische Weltanschauung mit ein.

Physiker studierten empirisch die materielle Welt, erkannten aber auch die Einheit aller Dinge und Vorgänge.

Durch die Quantenphysik sei letztlich klar geworden, dass der Beobachter und sein Bewusstsein integrale Bestandteile dieser Einheit sind.

(Fritjof Capra)

 

Die in unserer abendländischen Gesellschaft so verbreitete Sicht von einem Ich und dem Rest der Welt, hat daher nachhaltig Folgen auf die gesamte Natur, was sich auf ökologischer, sozialer und kultureller Ebene in der Gegenwart zeigt. Uns sollte bewusst sein, dass wir Menschen ein Teil dieser sind, aus jener hervorgebracht und in Abhängigkeit mit ihr lebend. 

 

Alles ist miteinander verbunden und stets dynamisch. Eine isolierte Betrachtung ist seitens der Wissenschaft ausgeschlossen.


Die drei Körper des Menschen

 

Der klassische Ayurveda (in welchem Yoga ein Teilbereich darstellt) dient dem ganzen Menschen, also Körper, Geist und Seele. Hier sprechen wir von den drei Körpern: dem physischen, dem astralen und dem kausalem und/oder von den fünf Hüllen, Pancha Kosha.

 

Folgend eine schematische Darstellung. Naturgemäß befinden sich alle Ebenen in wechselseitiger Abhängigkeit und beeinflussen sich immer gegenseitig.

 

--> Bild/Grafik folgt!

 

Physische Körper (Stuhla Sharira)

 

Annamaya Kosha (~ physische Hülle)

Akasha (Äther)

Vayu (Luft)

Agni (Feuer)          =  Pancha Maha Bhutas (die fünf „großen“ Elemente) 

Ap (Wasser)

Prithvi (Erde)  

 

Astralkörper (Sukshma Sharira) 

 

Pranamaya Kosha (~ energetische Hülle) 

Prana Prana (reguliert Atmung)

Apana Prana (reguliert Ausscheidung)

Udana Prana (reguliert Sinnesorgane)

Samana Prana (reguliert Verdauung)

Vyana Prana  (durchzieht den ganzen Körper)

 

Manomaya Kosha (~ emotionale Hülle) 

Manas (Denken)

Ahamkara (Ego)

 

Vijnanamaya Kosha (~ intuitive Hülle) 

Buddhi (Intelligenz)

 

Kausalkörper (Karana Sharira)

 

Anandamaya Kosha (~ glückselige Hülle)

Chitta (Bewusstsein)


Der menschliche Geist

 

Das nachstehende Schaubild zeigt auf der linken Seite zunächst einmal den materiellen Körper (Annamaya Kosha). Über unsere Sinne: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten (Jnanendriyas) nehmen wir unsere Umwelt wahr. Unsere sogenannten Handlungsorgane: Sprechen, Greifen, Gehen, Ausscheidung, Fortpflanzung (Karmendriyas) sind ein körperlicher Ausdruck dessen, was wir als richtig erachten. Verantwortlich dafür ist das Denken (Manas). Wir nehmen also Eindrücke von außen wahr, produzieren Gedanken, dann Gefühle und handeln infolgedessen. Empfindungen, Wahrnehmungen, Willensakte und Wünsche sind naturgemäß mit dem sogenannten Ichbewusstsein oder Ego (Ahamkara) verbunden. Diese unbewusst gesteuerten Prozesse ordnen wir dem emotionalen Körper (Manomaya Kosha) zu. Wir können das als äußeren Geist bezeichnen.

 

Der mittlere Geist ist demnach die eigene, höhere Intelligenz (Buddhi), die analysiert und die wahre Natur bestimmt. Mit unserer Praxis versuchen wir, diese Ebene (Vijnanamaya Kosha) zu stärken und zu erweitern.

 

Im inneren Geist liegt nun das Bewusstsein und das ganze Wissen (Chitta). Es ist die Ebene der Glückseligkeit (Anandamaya Kosha). Das wahre Selbst (Jiva) ist der Kern, die Seele des eigenen Seins, die göttliche Essenz. Es ist das Streben nach Ganzheit, das uns antreibt und Sinnhaftigkeit schafft.

 

Der göttliche Atem, der alle Ebenen miteinander verbindet, ist die Ebene der Energie (Pranamaya Kosha). Die unterschiedlichen Energien (Pranas oder auch Vayus) regulieren die verschiedenen Funktionen in unserem Körper.

 

 

Der Geist ist eine Manifestation der Urnatur (Prakriti, 5 Elemente) und an sich leblos. Weil sich aber das Bewusstsein des Selbst (Jiva) in ihm reflektiert, erscheint es als aktiv und tätig. 



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Krankheit

Arten und Entstehung

 

Wenn wir von Krankheit (Vyadhi) allgemein sprechen, stellen wir fest, dass es eine Form gibt, bei der wir wissen, Einfluss nehmen zu können und eine andere Form, die willkürlicher scheint. Wir sprechen dabei von stress- (Adhija Vyadhi) und nicht-stressbedingter Krankheit (Anadhija Vyadhi).  

 

Betrachten wir die stressbedingten Krankheiten, dessen Ursache im Disstress (Adhi) liegt, dem sogenannten negativen Stress. Laut Duden bedeutet das: lang andauernde, starke körperliche und seelische Belastung. Sei es körperlich oder seelisch, es handelt sich dabei immer um einen extrem beschleunigten Geisteszustand.

 

Die letzte Ursache ist hier also immer eine geistige! Es ist das Überschattetsein von äußeren Eindrücken, welches als Irrtum des Intellekts (Pragya Apradh) beschrieben wird. Geprägt durch unsere vorangegangenen Erfahrungen, haben wir Entscheidungen getroffen, die nicht unbedingt wohlwollend für uns sind. Unsere Erkenntnisse manifestieren sich zunächst in unserem Gehirn und bestimmen, wie wir über uns und andere denken, welches Essen und Trinken wir wählen, ob wir Sport treiben, zusammengefasst: welchen Lebensstil wir haben!

 

Durch das Praktizieren von Yoga, können wir auf den Intellekt, also den Geist, positiv Einfluss nehmen und diesen bereinigen. Wir erspüren die ureigenen Bedürfnisse wieder, hin zum wahren Selbst. 

 

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.

Achte auf Deine Worte, denn sie werden zu Handlungen. 

Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten. 

Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. 

Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal. 

(Chinesisches Sprichwort)

 

Da viele Krankheiten psychosomatischer Natur sind, kann oft bereits schon nach einer Stunde Praxis eine Verbesserung oder Erleichterung festgestellt werden!

 

Um jedoch auf therapeutischer Ebene von einem nachhaltig positiven Verlauf zu sprechen, ist die Grundvoraussetzung dafür die Integration des Ayurveda, d. h. seine persönliche Konstitution und Bedürfnisse anzuerkennen und sein Leben systematisch danach auszurichten. Nur wenn die eigenen Besonderheiten berücksichtigt werden, haben wir eine wirklich gesunde und stabile Basis. Denn Krankheit, weiter gefasst, entsteht letztendlich aus einer Dissonanz der Doshas Vata (= Bewegungsprinzip), Pitta (= Umwandlungsprinzip) und Kapha (= Strukturprinzip).

 

Der Geist spielt eine sehr wichtige Rolle, gehört aber in eine umfassendere Betrachtungsweise, die viele Faktoren betrifft.

 

Der Ayurveda beschreibt den Krankheitsverlauf (Samprapti) in folgenden sechs Phasen: 

 

Ein Dosha ist erhöht oder geschwächt. · Es entsteht ein Dosha-Übermaß. · Die Störung breitet sich aus. · Es kommt zur Festsetzung oder Infiltration im Körpergewebe. · Krankheit nimmt spezifische Formen an. · Das Abwehrsystem kann die Krankheit bewältigen oder unterliegt ihr.

 

Geraten die Doshas in eine Disharmonie, so merken wir dies häufig zuerst an einer gestörten Verdauung (das Samana und Apana Prana betreffend). Ohne Ausnahme hat das zur Folge, dass Nahrung nicht ausreichend aufgespalten und assimiliert werden kann, wodurch die Funktion auf körperlicher und geistiger Ebene schließlich gestört wird und uns im Lebensprozess einschränkt oder gar hindert.

 

Du bist, was du verdaust.

(Ayurvedisches Sprichwort)

 

Wir sehen also, dass nur durch die Beachtung der persönlichen Natur der Geist erst richtig funktionieren kann. Ayurveda ist also der Schlüssel, um das zur Verfügung gestellte Werkzeug richtig zu nutzen! Einzig durch Yogapraxis werden wir nicht „ganz“ werden, wenn wir einen für uns persönlich unangemessenen Lebensstil führen und uns in einem Ungleichgewicht befinden.

 

Je schneller die Disharmonie erkannt wird, umso leichter können die Störfaktoren mit einfachen Maßnahmen besänftigt und ausgeglichen werden!

 

Zu den Ursachen der sogenannten nicht-stressbedingten Krankheiten sind alle externen Begebenheiten zu zählen, wie zum Beispiel Unfälle aller Art - wobei im Raum steht, in wie weit wir nicht auch doch in der Lage sein könnten, solche „zufälligen“ Ereignisse unbewusst anzuziehen, um uns auf diese dramatische Weise auf etwas hinzuweisen und weiter zu entwickeln.

 

Mögliche Gründe (Hetus), die die Doshas beeinflussen und zu Krankheit führen können:

 

Sinneseindrücke · Gedanken/Emotionen · Ernährung · Verhalten · Lebensalter · Tages-/Nachtzeit · klimatische Veränderungen/Reisen · durchgeführte Therapie · Unfälle/mechanische Überbelastung · genetisch-konstitutionelle Prädisposition

 

Wenn wir krank sind, ist das Symptom nur der eigentliche Ausdruck einer tiefer liegenden Störung endlich betrachtet zu werden. Es geht nun darum, dem ursprünglichen Grund auf die Spur zu kommen und diesen dann samt Wurzel zu bereinigen. 

 

Jedes Symptom, welches uns körperlich ereilt hat, hat eine Botschaft. Hinterfragen wir den Inhalt und schauen wir, welcher Schritt gefordert ist.

 

Annehmen, Transformieren, Heilen!


Die Kraft des Atems

 

Aus den eben beschriebenen Gründen ist es wichtig, neben der persönlichen Beschaffenheit, auch zu beobachten und zu wissen, wie wir atmen. So ist der Atem der faszinierende Weg, mit welchem wir uns verbinden können und in der Lage sind, die Lebensenergie und Vorgänge in unserem Körper bewusst zu steuern und in Harmonie zu bringen (= Pranayama).

 

Die treibende Kraft dahinter wird Prana genannt, jene Energie, die alles miteinander verbindet. Sie durchdringt alle Ebenen der lebenden Existenzen.

 

Doch beobachten wir zunächst unseren Atem... Schließen wir ruhig einmal die Augen und legen die Hände auf den Bauch!

 

--> Bild/Grafik folgt!

 

Schlüsselbeinatmung - bei extremer Gefahr, zum Beispiel bei Asthmapatienten zu beobachten

Brustkorbatmung - durch Druck auf den Geist („Ich will.“) und Körper (nicht körpergerechtem Sport)

Bauchatmung - natürlich und entspannt, Bauch wölbt sich einatmend vor und ausatmend nach innen!

 

Daraus lässt sich schließen, dass wir unter jeder Form von Stress kurzatmig sind, d. h. wir sind in Panik oder haben Angst. Wenn wir dauerhaft kurzatmig sind, hat das schwerwiegende Folgen. Das Instrument Atem (hier: Prana) ist der Schlüssel und die einzige Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele. 

 

In der Therapie legen wir besonderes Augenmerk auf den Geist, die Ebene der Manomaya Kosha. Durch die bewusste Atemlehre des Yoga werden wir u .a. befähigt, auf unsere Gedanken positiven Einfluss zu nehmen. Umso langsamer (tiefer) der Atem, desto ruhiger der Geist.

 

Yoga ist jener innere Zustand, in dem geistige Vorgänge zur Ruhe kommen.

(Patanjali)

 

Wir erlernen Maßnahmen, die unseren Geist und Atem beruhigen, sodass die Gedanken nachlassen und wir langatmiger werden. Verantwortlich ist das Prana, das wieder in den harmonischen Ur-Zustand zurück geht und alles normalisiert. Yoga bietet uns dazu eine Reihe von Techniken.

 

Um die Symbiosen zwischen Körper, Geist und Prana noch ein bisschen weiter zu beschreiben, bleibt es an dieser Stelle nicht aus zu erwähnen, dass wir durch vollständiges Ein- und Ausatmen den Parasympathikus (Teil des vegetativen Nervensystems, der für den Entspannungsmodus zuständig ist) gleichzeitig aktivieren. Die sogenannte Kohärenz wird dabei erhöht, d. h. das Zusammenspiel zwischen Atmung, Herzschlag und Blutdruck lässt sich durch bewusstes Lenken optimieren.

 

Wir nehmen also durch entspannte oder bewusste Atmung nicht nur positiven Einfluss auf unseren Geist, sondern auch auf alle Vorgänge unseres Körpers, die wir als lebensnotwendig beschreiben.


Blick auf die Lebensweise

 

Die heutige Gesellschaft, in der es alle möglichen Errungenschaften der Technik gibt, um uns das Leben für vermeintlich mehr Freizeit zu erleichtern, in dem wir heute dem Gestern hinterherlaufen, um morgen mithalten zu können, die geprägt ist von egoistischem Konkurrenzdenken und äußerem und selbstgemachtem Druck, in der die Werbeindustrie immer perfidere Strategien entwickelt, eine Gesellschaft, in denen die Katastrophen der Welt die Nachrichten regieren - sie braucht mehr Liebe und echtes Miteinander sowie Verantwortung!

 

Jeden Tag prasseln ungefiltert Informationen auf uns ein, doch unser Arbeitsspeicher ist nur begrenzt. Wir benötigen aber diesen, da er uns erst befähigt, die Dinge aufzunehmen und auszuwerten. Dabei vergessen wir, dass wir menschliche Wesen sind, hervorgebracht aus der Natur und ein Teil dieser. Keine Maschinen, die immer im Gleichschritt marsch funktionieren.

 

Die Zahl der Menschen mit Krankheiten, wie Depression und Angstzustände, im Volksmund auch Burn-Out genannt, erreichen jedes Jahr neue Rekordhöhen. Hinzu kommen Übergewicht, Rückenleiden, Allergien, Bluthochdruck und Krebserkrankungen.

 

 

Um dem Hamsterrad zu entkommen, ist es nicht zwangsläufig nötig sich in eine Höhle in den Himalaya zu verkriechen. Hier geht es zunächst einmal um etwas scheinbar völlig Einfaches: Achtsamkeit. Achtsamkeit, welche mit einer gewissen Bewusstheit einhergeht, ist die Grundvoraussetzung, um zu erkennen, was in diesem Moment ist. So ist die Vergangenheit nicht mehr und die Zukunft noch nicht. Was bleibt ist immer das Jetzt, um das wir uns wirklich kümmern müssen, in dem wir den nächsten Fuß setzen für ein glückliches, erfülltes Morgen.

 

Stellen wir uns die Frage, was brauche ich wirklich, was fehlt mir, und wie grenze ich mich ab bzw. kann ich mich schützen. Nehmen wir Zettel und Stift zur Hand und machen eine persönliche Bestandsaufnahme! Es geht darum, wieder ein Gespür für sich zu bekommen und seinen eigenen, authentischen Weg zu gehen.


Unterschied zwischen Emotion und Intuition

 

Eine Herausforderung ist es, aufzuspüren, ob eine Entscheidung aus einer Prägung der Vergangenheit entsteht oder der wahren, inneren Intelligenz des Selbst. Oft besteht zwischen beiden ein Konflikt, den die meisten von sich bestimmt kennen. Ein Bauchgefühl ist da und ein ungutes Gefühl, wenn wir falsch lagen.

 

Entscheidung, emotional geprägt - sind Vorlieben u. Abneigungen durch d. eigene Geschichte, welche wir der Manomaya Kosha (emotionalen Hülle) zuordnen. 

Entscheidung, intuitiv geprägt - ist wie eine innere Stimme, die uns führt, welche wir der Viynanamaya Kosha (intuitiven Hülle) zuordnen.

 

Entscheidungen, die durch Intuition (Vijnanamaya Kosha) getroffen werden, kommen aus der höheren Intelligenz, d. h. der wahren Natur des Selbst entspringend. Die Aufgabe ist es also, die Vijnanamaya Kosha zu stärken, um wieder ins Gleichwicht zu finden und somit zurück zur eigenen Natur. Ist Vijnanamaya Kosha gefestigt befinden wir uns im Glück.

 

Ein grundlegendes Indiz festzustellen, woher die eigene Entscheidung rührt, ist, dass die Emotion, das einfache Denken, schneller ist, ehe unsere Intuition, die innere Intelligenz, sich einmischen kann. Also warten wir einfach den Moment ab, bevor wir dann richtig handeln.

 

In der indischen Mythologie erklärt der weise Vashishta Sri Rama, was Leid bzw. Krankheit ist.

 

„Leid, das den Körper befällt, wird sekundäre Krankheit genannt. Die Vasanas (Denkbahnen, die sich über längeren Zeitraum eingeschliffen haben), die den Geist befallen, werden primäre Krankheit genannt. Zu dem Zustand, indem wir uns befinden, sind wir durch die Abwesenheit des transzendenten Jnana (Einsicht, Erkenntnis) und das stetige Verlangen und Egoismus im Geiste gelangt. Wenn Manas (Denken) gestört ist, ist auch der Körper gestört. Und wenn der Körper aufgeregt ist, können Dinge, die einem im Weg stehen, nicht mehr richtig wahrgenommen werden.“

 

So ist es unumgänglich sich, um gesund zu bleiben, dem Körper zu widmen (Ayurveda) und dem Geist (Yoga). Yoga und Ayurveda bilden eine Einheit und können nicht getrennt gesehen werden, wenn es um unsere Heilung bzw. Gesunderhaltung geht!



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Heilung

Sinnerfüllung

Eine fast philosophische Frage, aber: Was ist der Sinn des Lebens?

 

Wenn wir Yoga ausüben bzw. dem Weg des Ayurveda folgen, ist das immer auch damit verbunden etwas aufzugeben, um der eigenen, wahren Natur nachzukommen. Unwissendes Bewusstsein wollen wir transformieren und im Laufe des Lebens erleuchten, also erkennen. Wir wollen dabei alle Dynamiken des Daseins in seinen Ausformungen beachten. Dabei stützen sich Yoga und Ayurveda zunächst auf die dharmischen Prinzipien, d. h. auf die universellen Gesetze der Natur - denn die meisten körperlichen und seelischen Störungen wurzeln in einem Leben gegen diese Naturgesetze, ohne Harmonie. Ein Leben im Gleichgewicht hingegen führt automatisch zu innerem Frieden und Glück.

 

Um das rechte Maß und die angemessenen Entscheidungen für die eigene Lebensgestaltung und Handlungsrichtung zu finden, kann das Wissen um die Lebensziele (Purushartas) und die Lebensstadien (Ashramas) eine erste Orientierung geben.

 

Purushartas

  1. Dharma (Einklang)
  2. Artha (Wohlstand)
  3. Kama (Freude)
  4. Moksha (Befreiung)

Ashramas

  1. Brahmacharya (Lernperiode)
  2. Grihasthya (Berufs- u. Familienleben)
  3. Vanaprastha (Ruhestand)
  4. Sannyasa (Aufgabe aller weltlichen Bedingungen, bis zum Verlassen des physischen Körpers)

 

Die dharmischen Grundlagen, also im Einklang mit seiner Umwelt zu leben, beschreibt Patanjali (Yoga-Sutras, ca. 2. bis 4. Jh. n. Chr.) in den ersten zwei Gliedern - von insgesamt acht (Ashtanga) - in Yamas, das soziale Verhalten betreffend, und in Niyamas, das eigene Verhalten betreffend.

 

Yamas

  1. Ahimsa (Gewaltlosigkeit)
  2. Satya (Wahrhaftigkeit)
  3. Brahmacharya (Beherrschung der sinnlichen Energien)
  4. Asteya (Nicht-Stehlen)
  5. Aparigraha (Nicht-Anhaften)

Niyamas

  1. Saucha (Reinheit)
  2. Santosha (Zufriedenheit)
  3. Tapas (Selbstdisziplin)
  4. Svadhyaya (Selbsterforschung)
  5. Ishvara Pranidhana (Urvertrauen)

 

Eine Antwort zur obigen Frage...

...könnte sein, das Leben in all seinen Farben anzunehmen, zu lernen und das Glück zu erkennen, das immer und in jeder Situation allgegenwärtig ist. Die Natur strebt immer nach Ganzheit. So will das Selbst im Laufe der Lebenszeit verwirklicht bzw. bewusst gemacht werden, wobei der Lebensweg des Menschen der Weg dort hin ist. Die meisten meinen, dass sie Zeit benötigen, um dieses Glück zu finden, doch ist es von Anfang an da - und gerade darin besteht die Illusion der Zeit! Der Mensch braucht Zeit, um das zu finden, was er schon immer ist. 

 

Auch viele Buchhandlungen sind voll von Büchern der Glücksforscher, die behaupten, dass es zehn Prozent sind, die von außen noch Einfluss nehmen. Innen ist pures Glück!


Leben nach persönlicher Konstitution

 
Eigenschaften und Aufgaben der Doshas

 

Das bereits mehrfach beschriebene Wort „Dosha“ aus dem Sanskrit bedeutet an sich Abweichung, nicht einfach nur Energie! Es stellt vielmehr ein Prinzip dar, mit welcher die Prakriti (Urmaterie, -eigenschaft, -konstitution) in Erscheinung tritt.

 

VATA
Prinzip: Bewegung
Elemente: Äther + Luft

kalt, trocken, schnell, beweglich, leicht, fein, subtil, klar, rau, zusammenziehend, Dosha führend

Verändert, kommuniziert, ist wach und Ausdruck unserer körperlichen und geistigen Lebendigkeit. Durch Vata nehmen wir wahr, erfahren wir die Umwelt, schlägt unser Herz, atmen unsere Lungen, gehen, sprechen, denken wir, werden Stoffe im Körper aufgenommen, transportiert und ausgeschieden.

PITTA
Prinzip: Umwandlung
Element: Feuer + Wasser

heiß, scharf, leicht, etwas ölig, flüssig, ausdehnend, sauer, bitter, durchdringend, riechend

Erzeugt Energie und steht deshalb für Wärme, Durchblutung, Stoffwechsel und Temperament. Pitta steuert alle Verbrennungsvorgänge in unseren Verdauungsorganen, Zellen und den Geweben.

 

 

 

KAPHA
Prinzip: Struktur
Elemente: Wasser + Erde

kühl, schwer, langsam, ölig, feucht, glatt, dicht, sanft, unbeweglich, zäh, düster, süß, salzig

Verleiht Stabilität und Ausdauer. Gibt dem Körper, seinen Zellen und Organen die Form und Gestalt. Es regelt den Flüssigkeitshaushalt im Organismus. Kapha bedeutet Stärke und Festigkeit, Ruhe, Langfristigkeit in Denken und Handeln sowie ist materielle Grundlage unseres Seins.

 

 

Zu einer sogenannten „Vikriti“-Abweichung wird es dann, wenn ein Dosha krankhaft erhöht bzw. geschwächt ist. Der Ur-Zustand eines Doshas wird „Prakriti“ gennant. Eine Abweichung (Dosha) ist es auch immer noch dann, und zwar deshalb, weil jede Form einzigartig ist und von der anderen „abweicht“.

 

Typgerechte Lebensweise

 

So wie ein Samen nur im richtigen Boden aufgehen kann, reagieren wir entsprechend unserer individuellen konstitutionsbezogenen Veranlagung und geistigen Prägung unterschiedlich stark auf die positiven und negativen Einflüsse unserer Umwelt. Verantwortlich für diese Affinitäten sind zum einen die Qualitäten unserer körperlichen und mentalen Konstitution sowie die subtilen Einflüsse auf seelischer Ebene, welche bis auf vorgeburtliche Prägungen zurückgehen.

 

VATA
Regelmäßigkeit in Ruhe und Aktivität sowie in Essenszeiten bringen. Nahrhaftes Essen, mit Zeit und Achtsamkeit einnehmen. Ölmassagen, Wärme und genug Flüssigkeit zuführen. Probleme minimieren.

Bevorzugte Geschmacksrichtung: 

süß, sauer, salzig

PITTA
Kühlende Anwendungen und Speisen bevorzugen. Keine Stimulanzen nehmen. Unbedingt vor 22 Uhr ins Bett gehen und zuvor langsam runter fahren. Überhitzung generell und in jeder Form meiden.
 

Bevorzugte Geschmacksrichtung: 

süß, bitter, herb

KAPHA

Leichte Speisen essen. Fastentage sehr gut geeignet und empfohlen. Körperliche Aktivitäten in das tägliche Tagesprogramm einbauen. Geistig ruhig fordern. Kein depressives Gedankengut pflegen.

 

Bevorzugte Geschmacksrichtung: 

scharf, bitter, herb


Im Einklang mit den Biorhythmen

 

Jede Veränderung im Makrokosmos beeinflusst den Mikrokosmos. Ritus, der atmosphärische Wechsel, hat eine feste Ordnung, die sich auch auf den menschlichen Körper auswirkt. Dieser wiederum unterliegt ebenfalls einem Wandel durch seine Unbeständigkeit. Er ist Teil des Gefüges im Universum.

 

Die innere (Dosha-)Uhr wird insbesondere von dem Hormon Melatonin gesteuert, welches abhängig von Sonnenaufgang und -untergang arbeitet. Wir sollten also bedenken, dass sich die so geläufigen Dosha-Zeiten je nach Jahreszeit in unseren Breitengraden etwas verschieben! So haben wir im Sommer allgemein mehr „aktive Zeit“, da die Sonne sehr energiereich (Pitta) ist. Im Winter ist die Phase, in welcher wir Ruhe und Schlaf benötigen dann entsprechenden länger.

 

 

Wie oben beschrieben, nimmt der Jahreslauf einen Einfluss auf den Tag-Nacht-Takt. Grund dafür sind die Eigenschaften der Jahreszeiten.

 

Im Sommer haben wir mehr Stunden, in denen es hell ist. Es überwiegt Pitta = heiß + energiereich.

Im Winter + Übergänge (Frühjahr + Herbst) haben wir weniger Stunden, in denen es hell ist. Es überwiegt Vata = sehr kalt + windig und Kapha = kalt + feucht.

 

 

Nicht nur der atmosphärische Wechsel unterliegt den Gezeiten der Vergänglichkeit mit gewissen Eigenschaften, sondern auch unser Leben an sich.

 


Die Naturgesetze

 

Um die Naturgesetze zu beschreiben, geben die sogenannten „Hermetischen Gesetze“, zusammengetragen von Hermes Trismegistos, einen guten Überblick.

 

Das Gesetz des Geistes 

Gedanken sind Energie, und Energie ist gleich Schöpferkraft! Daraus resultiert, dass der Geist (das Denken) über die Materie (alle Formen) herrscht.

 

Das Gesetz von Ursache und Wirkung

Jede Ursache hat eine Wirkung, und jede Wirkung hat eine Ursache, diese im Kopf ihren Ursprung hat. So ist jeder Mensch Schöpfer seines Schicksals.

 

Das Gesetz der Entsprechung oder Analogie

Beispiele: Wie oben, so unten. = Makrokosmos entspricht Mikrokosmos! Wie innen, so außen. = Unser Inneres entspricht/spiegelt unser Äußeres!

 

Das Gesetz der Resonanz bzw. Anziehung

Das heißt, dass Gleiches Gleiches anzieht und Ungleiches einander abstößt. Bewusstwerden der eigenen Affinität durch Beobachten seines Umfelds.

 

Das Gesetz der Harmonie

Die Natur schafft Ausgleich und unterstützt das, was das Leben fördert. So bspw. bei Krankheit die Aufforderung zur Ruhe, bei Fülle die Aufforderung zum Geben.

 

Das Gesetz von Rhythmus und Schwingung

Alles ist in Bewegung, nichts bleibt wie es ist. Jahreszeiten und Herzschlag folgen ebenfalls diesem Prinzip. Alles was untätig ist bedeutet Stillstand/Tod.

 

Das Gesetz der Polarität

Das Leben ist dual, es spielt sich zwischen zwei Polen ab. Plus-minus. Weiblich-männlich. Tag-Nacht. Nordpol-Südpol. Anfang-Ende. Gut-Böse. Anspannung-Entspannung usw.


Konstitutionstest

 

Nachstehend können Sie Ihre Grundkonstitution (Prakriti) ermitteln. Vergeben Sie dazu ohne lange zu überlegen Punkte von 0 bis 3, wobei die höhere Zahl mehr ins Gewicht fällt. Zählen Sie am Ende alle Punkte der einzelnen Doshas zusammen. (Wenn Sie mögen, können Sie sich den Test der Einfacheit halber gern runterladen.)

 

 

Einen reinen Konstitutionstypen gibt es selten; ihm oder ihr sind dann eindeutige Merkmale zuzuweisen! Der klassische Ayurveda beschreibt 7 Dosha-Kombinationen, die unterschiedlich verteilt sind und Körperstrukturen, Verhaltensmuster, Vorlieben und Abneigungen, Einstellungen und Denkmuster sowie Reaktionsweisen auf bestimmte Stimuli hervorrufen.

 

Sie erkennen eine Tendenz Ihres vorliegenden Konstitutionstyps. Verlässliche Rückschlüsse lassen sich daraus aber noch nicht ziehen, dafür müssen Sie ergiebiger untersucht und befragt werden!

 

Der Mensch, dessen Doshas im Gleichgewicht,

dessen Agni gut, dessen Dhatus und Malas normal funktionieren

und dessen Seele, Sinne und Geist in Ruhe, Klarheit und Frieden verweilen, wird als gesund bezeichnet.

(Sushruta)

 

Allgemeine Empfehlungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Therapieform

 

Bei der Therapieform des Ayurveda werden Selbstheilungskräfte selbstständig aktiviert. Es ist daher wichtig, dass Sie bereit sind, um die gewünschten Veränderungen für sich nachhaltig einzuleiten.

 

Mit dem einzigartigen vedischen Wissen werden Aspekte der Gesundheit und des Wohlbefindens, ebenso alle Heilmethoden von Ernährung über Kräuter und Gewürzen, Bewegung und Lebensweise bis zum Yoga und der Meditation berücksichtigt. Mit seinem außerordentlichen Verständnis von der individuellen Konstitution, ermöglicht es Ayurveda jedem Menschen, jeder Kultur oder Religion, mit der Natur und dem höheren Selbst in Harmonie zu leben. - Dank seiner tiefen Einsicht in die allgemeingültigen Naturgesetze, hat er allen Geschöpfen Gesundheit und Selbstentfaltung zu bieten.

 

Nach Absprache ist die Therapie sehr gut mit der Schulmedizin und anderen Naturheilverfahren kombinierbar.

 

Vorbeugung steht an erster Stelle. Wenn Heilung erforderlich ist, dann ausschließlich mit den Mitteln der Natur, im Einklang mit ihr!



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